Was in der Luft ist, in Becquerel je Kubikmeter
Drei Messgeräte für Aerosole, gasförmiges Iod und Gammaspektrometrie — eines fahrbar, zwei als begehbare Kabine. Ausgelegt für Messnetze, Kraftwerksumfeld, Rückbau und Notfallschutz.
Ein Zählwert ist noch keine Messung
Ein Gerät, das Impulse zählt, sagt wenig. Verwertbar wird eine Luftaktivitätsmessung erst, wenn das angesaugte Volumen bekannt ist, der Wirkungsgrad für genau diese Geometrie gerechnet wurde und jeder Zahl eine Unsicherheit, eine Erkennungsgrenze und eine Nachweisgrenze beiliegt. Vier Grundsätze gelten in allen drei Geräten gleich.
Zwölfeinhalb Kiloelektronenvolt zwischen Antwort und Störer
Iod-131 strahlt bei 364,489 keV. Die stärkste Linie des Radonfolgeprodukts Blei-214 liegt bei 351,932 keV — 12,56 keV daneben und im natürlichen Untergrund die kräftigste Linie überhaupt. Wie weit ein Detektor die beiden trennt, entscheidet über die Nachweisgrenze.
Abb. 1 — Zwei Linien, drei Auflösungen. Jede Kurve auf ihr eigenes Maximum bezogen. Schematisch, Halbwertsbreiten nach Herstellerangabe.
- Natriumiodid
- 34 keV FWHM
- Ceriumbromid
- 16 keV FWHM
- Germanium
- 1,05 keV FWHM
- Abstand der Linien
- 12,56 keV
Kompensiert wird über die zweite Linie desselben Nuklids: Blei-214 bei 295,2 keV steht zur Linie bei 351,9 keV im festen Verhältnis 1,933. Das ist eine Eigenschaft des Zerfallsschemas und driftet weder mit dem Wetter noch mit der Radonkonzentration noch mit dem Alter der Luft. Verfahren, die stattdessen mit empirischen Seitenfenstern oder mit Wismut-214 als Bezug arbeiten, tun genau das.
Drei Antworten auf drei verschiedene Fragen
Alle drei messen Luft. Sie unterscheiden sich darin, wo sie stehen, wie lange sie ohne Besuch auskommen und welche Frage sie beantworten sollen.
Fahrbar
ENVIRO GO
Ein Gerät auf Rädern, das eine Person allein in Stellung bringt. Aerosole, gasförmiges Iod, Alpha, Beta und Gammaspektrometrie in einem Gehäuse. Für Einsatz, Rückbau und Kampagne.
Masse150 bis 170 kg Durchfluss1 bis 6 m³/h Cs-137, 24 h8,0 bis 60 mBq/m³ Zum Gerät →
Kabine · Aerosole
ENVIRO Station Aerosol
Eine begehbare Kabine, die sich selbst versorgt: jeden Tag ein frischer Filter aus einem Magazin für sechzig, zwei Monate ohne Besuch. Alpha, Beta und Gammaspektrometrie am Filter.
Standzeit60 Tage Durchfluss6,0 m³/h Cs-137, 24 h5,0 bis 25 mBq/m³ Zur Station →
Kabine · Iod
ENVIRO Station Iod
Eine Frage, gut beantwortet: wie viel Iod-131 in der Luft ist. Vorfilter und TEDA-Kartusche im Wechsler, getrennt gezählt, Ceriumbromid als Detektor. Ein Besuch im Jahr.
Kartusche2 Monate DetektorCeBr₃ 2″ × 2″ I-131, 24 h40 mBq/m³ Zur Station →Nachweisgrenzen nach ISO 11929 bei 95 %, angegeben für einen Radonpegel von 40 Bq/m³. Beim ENVIRO GO und bei der Station Aerosol nennt der Bereich die Ausführung mit Szintillator und die mit Germanium. Alle Werte sind Auslegungswerte — siehe Hinweis am Seitenende.
Wo die Geräte stehen
Was in allen drei Geräten gleich ist
Die Geräte teilen sich Auswertung, Bediensoftware, Datenwege und die Art, wie Zahlen zustande kommen. Wer eines davon kennt, kennt die anderen.
Wirkungsgrad gerechnet
Die Wirkungsgradkurve wird mit Geant4 bestimmt, dem Monte-Carlo-Werkzeugkasten des CERN, auf Wirkungsquerschnitten aus NIST XCOM und Zerfallsschemata aus ENSDF. Jeder Lauf wird als Fassung abgelegt und bleibt einem Ergebnis zuordenbar.
Spektrum entfaltet
Ein Löser mit nichtnegativer Nebenbedingung wertet ein volles Spektrum in unter zwei Sekunden gegen die gesamte Bibliothek aus. Echte Koinzidenzsummation kommt aus dem Zerfallsschema — ohne sie liest sich Co-60 rund 18 % zu hoch.
Zwei Kalibrierungen
Im Werk gegen rückgeführte Präparate in Filtergeometrie, mit Zeugnis. Am Aufstellort eine Kugelkalibrierung über acht oder vierzehn Quellpositionen. Die Ortskalibrierung korrigiert den Standort, sie ersetzt die Rückführung nicht.
Ein Weg nach draußen
ANSI/IEEE N42.42 in allen drei Geräten, dazu REST und eine dokumentierte Herstellerschnittstelle mit Beispielclient. Die beiden Kabinenstationen melden zusätzlich nach EURDEP 2.1 und IRIX und sprechen Modbus TCP, OPC UA auf Anfrage. Kundeneigene Protokolle setzen wir um.
Der Faktor zwei ist kein Sicherheitszuschlag, sondern Buchhaltung: Probenahme und Zählung laufen gleichzeitig, der Filter füllt sich also erst während der Messung. Bei gleichbleibender Konzentration liegt die mittlere Aktivität auf dem Filter bei der Hälfte des Endwerts. Wer den Faktor weglässt, bekommt Nachweisgrenzen, die auf dem Papier besser aussehen und im Feld nicht erreicht werden.
Messen, wo kein Filter hinkommt
Zwei Geräte messen die Gammastrahlung dort, wo sie entsteht, statt Luft durch einen Filter zu ziehen: eines aus der Luft, eines unter Wasser. Zu beiden liegt noch keine Produktbeschreibung mit belegten Kennwerten vor — die Seiten sagen das ausdrücklich und nennen deshalb keine Nachweisgrenzen.
ENVIRO AIR
Gammaspektrometrie als Drohnenlast, fahrzeuggebunden oder ortsfest — für Übersicht und Kartierung über Fläche.
- Kartierung von Kontamination, gekoppelt an Ortsdaten
- Schnelle Lagebeurteilung im Einsatz
- Detektor frei wählbar, Vielkanalanalysator an Bord
- Keine Probenahme — kein Ergebnis in Bq/m³
ENVIRO NAUTA
Gammaspektrometrie in situ, in Süß- und Meerwasser, ohne Probenahme an Land.
- Einsatztiefe bis 100 m
- Datenhaltung an Bord bis zu 5 Jahre
- Leistungsaufnahme unter 2 W
- Detektor frei wählbar, Vielkanalanalysator an Bord
Die Kennwerte beider Geräte stammen aus dem bisherigen Auftritt und sind nicht gegen ein Datenblatt geprüft.
Das ENVIRO GO ist noch nicht gebaut. Die Kabinen der beiden Stationen gibt es in dieser Bauart — sie sind auf den Bildern zu sehen —, die Messketten darin sind noch nicht typgeprüft. Jede Leistungsangabe auf diesen Seiten ist ein Auslegungswert oder ein Erfahrungswert aus vergleichbaren Systemen; Detektorwerte stammen aus den Datenblättern der Bauteilhersteller.
Zu den Normen schreiben wir „Auslegung folgt“ — IEC 60761-1, -2 und -4, IEC 61171, ISO 2889, ISO 18417 und ISO 11929. „Geprüft nach“ steht erst dort, wo die Typprüfung bestanden ist. Wir behaupten keine Konformität, die wir nicht nachgewiesen haben. CE-Kennzeichnung nach EN 61326 und EN 61010 über ein externes Prüfhaus.
Sagen Sie uns, was gemessen werden soll
Für ein belastbares erstes Gespräch genügen vier Angaben: welches Nuklid, welche Nachweisgrenze in welcher Zeit, wo das Gerät stehen soll und in welches Meldesystem die Daten müssen.