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Schwerpunkt · 01 · Fluidik

Wärmepumpen und Kältetechnik

Ein Wärmepumpen-Prüfstand misst nicht einen Punkt, sondern ein Kennfeld: Heizleistung und COP über den ganzen Bereich aus Quellen- und Senkentemperatur — mit Abtauzyklen, Teillast und Dauerlauf. Wir bauen die Anlage, die Quelle stellt, Senke abnimmt, den Prüfling betreibt und das Ergebnis rückführbar protokolliert.

Wärmepumpen-Prüfstand: begehbare Klimakammer mit Prüfling hinter der Sichtscheibe und Verteilerwand für laminare Anströmung, rechts die Luftaufbereitung mit Düsenmessstrecke, Ventilator und Kanalführung, davor die hydraulischen Konditioniermodule für Quelle und Senke
Klimakammer, Luftaufbereitung und Konditionierung — eine Anlage

Aus dem Projekt

Einblicke

Die Anlage im Ganzen und der Blick in die Kammer, in der der Prüfling steht.

Blick in die Klimakammer: Wärmepumpen-Außeneinheit auf dem Rahmen, davor die Lochblech-Verteilerwand, seitlich die Fühlergitter und die hydraulischen Anschlüsse
Blick in die Kammer — Prüfling, Verteilerwand und Fühlergitter · Rendering
Wärmepumpen-Prüfstand
Anlage aus dem Projekt

Die Aufgabe

Ein Kennfeld, kein Einzelpunkt

Eine Wärmepumpe, die bei A2/W35 ihre Zahl bringt, sagt wenig darüber, wie sie bei −7 °C Quelle und 55 °C Vorlauf arbeitet — oder wenn alle zwölf Minuten abgetaut wird. Geprüft wird deshalb der ganze Bereich, in dem das Gerät später läuft.

  • Leistung und COP — Heiz- und Kühlleistung, Leistungszahl über das Kennfeld aus Quellen- und Senkentemperatur (EN 14511).
  • Teillast und Jahresarbeitszahl — Betriebspunkte und Klimabins für SCOP/SEER (EN 14825), nicht nur der Nennpunkt.
  • Abtauverhalten — Abtauzyklen im Luftbetrieb, Wiederkehr in die Toleranz, Einfluss auf die Leistung.
  • Brauchwarmwasser — Zapfprofile und Aufheizverhalten für Warmwasser-Wärmepumpen (EN 16147).
  • Dauerlauf und Zuverlässigkeit — Lastwechsel, Start-Stopp, unbeaufsichtigter Nachtbetrieb über Tage.
  • End-of-Line — schnelle, reproduzierbare Endprüfung in der Serie, mit Protokoll je Gerät.
HEIZLEISTUNG IN kW 0 4 8 12 16 W35 W45 W55 A−7 / W35 A2 / W35 A7 / W35 A−15 / W55 LEISTUNGSZAHL COP 0 2 4 6 W35 W45 W55 −20 −15 −7 0 2 7 12 20 QUELLENTEMPERATUR IN °C KURVENSCHAR Vorlauf 35 °C Vorlauf 45 °C Vorlauf 55 °C BETRIEBSPUNKTE PUNKT kW COP A−7 / W35 8,4 2,8 A2 / W35 10,2 3,7 A7 / W35 11,6 4,4 A−15 / W55 5,7 1,5 PRÜFBEDINGUNGEN Spreizung Senke 5,0 K Feuchte Quelle 87 % r. F. Beharrlichkeit ± 0,5 K Abtauung eingerechnet Auslegungsplatzhalter. Werte noch nicht freigegeben.
Heizleistung und COP über der Quellentemperatur, je Vorlauf 35/45/55 °C, mit Betriebspunkten nach EN 14511. Auslegungskurven.

Konditionierung

Quelle stellen, Senke abnehmen

Der Prüfstand ersetzt die Umgebung des Geräts: Er hält die Quelle auf Temperatur und nimmt die Senke geregelt ab — stabil genug, dass die Messung eine Messung bleibt und keine Schätzung.

KreisMediumBereich (Auslegung)
Quelle Sole/WasserWasser-Glykol, Wasser−15 bis +40 °C
Quelle LuftKlimakammer, geregelte Temp. + Feuchte−25 bis +55 °C
Senke HeizungHeizungswasserbis 80 °C
Volumenstrom je Kreisgeregelt0 bis 30 l/min
Regelgüteim Beharren± 0,2 K

Im Luftbetrieb kommt es auf gleichförmige Anströmung an: konditionierte Luft im geschlossenen Kreis, über Verteilerbleche laminar durch die Kammer, damit Temperatur und Feuchte am Gerät überall gleich sind. Zwei Kelvin Schieflage über die Eintrittsfläche machen aus einem Kennfeld eine Wolke.

ETHERNET · OPC UA · MODBUS TCPSPSUNDREGELUNGQUELLENKONDITIONIERUNGKLIMAKAMMER · −25 BIS +55 °CLÜFTERKÜHLENHEIZENFEUCHTESOLEKREIS · −15 BIS +40 °CPUMPETEMPERIERENMFV 111PRÜFLING · WÄRMEPUMPEKÄLTEKREISVERDICHTERVERDAMPFERVERFLÜSSIGER4-WEGE-VENTILEXPANSIONLUFTTI101SENKENKONDITIONIERUNGVORLAUF 35 / 45 / 55 °CNACHHEIZUNGMFV 301PUMPERÜCKKÜHLERTI202FI303Vorlauf, konditioniertRücklaufLuftstromKältekreis des PrüflingsBusMessstelle (TI Temperatur · FI Durchfluss)Auslegungswerte, keine Projektzusage. Die Quelle wird als Solekreis oder als Klimakammer gestellt; im Luftbetrieb bestimmt dieGleichförmigkeit der Anströmung die Qualität des Kennfelds. Welche Betriebspunkte gefahren werden, steht im Pflichtenheft.
Quellenkonditionierung (Sole/Wasser oder Klimakammer) links, Prüfling mit Kältekreis in der Mitte, Senkenkonditionierung rechts. Türkis: durchströmter Vorlauf.

Normen und Rückführbarkeit

Nach den einschlägigen Normen — und nachweisbar

Wir bauen die Prüfstände so, dass die relevanten Normen abbildbar sind: EN 14511 für Leistung und Leistungszahl, EN 14825 für Teillast und die Berechnung von SCOP und SEER, EN 16147 für Warmwasser-Wärmepumpen, dazu die Normen für Wärmeübertrager (EN 305/306/1117/1118), wo sie gebraucht werden.

Entscheidend ist nicht das Normzitat, sondern die Kette dahinter: kalibrierte Messmittel mit Prüfmittelnummer und Kalibrierstand, eine dokumentierte Messkette und ein Protokoll mit Zeitstempel, das man in einem Jahr noch erklären kann. Welche Normpunkte konkret gefahren werden, steht im Pflichtenheft.

Kältemittel und Sicherheit

Auch mit R290 und CO₂

Die Prüflinge werden brennbar oder überkritisch: Propan (R290, A3), CO₂ (R744), dazu die Kältemittel der Klassen A1, A2 und A2L. Der Prüfstand muss das aushalten, ohne dass jemand nebendran steht.

  • Safety-by-Design — Absaugung, Gaswarnung und Konzentrationsüberwachung, Zonenkonzept und ATEX-Betrachtung für brennbare Medien.
  • Dichtheit — Dichtheitsprüfung bis zur Helium-Leckrate, wo die Anwendung es verlangt.
  • Freigabekette — Not-Halt, Grenzwertabschaltung und Schutztürüberwachung, die unabhängig von der Regelung wirken.
  • Unbeaufsichtigter Betrieb — abgesichert für Dauerlauf und Nachtbetrieb ohne Aufsicht.

Die Warn- und Störungslogik gehört in die Anlage, nicht auf ein Datenblatt. Welches Sicherheitsniveau (Performance Level, Zonen, Absaugleistung) nötig ist, ergibt die Risikobeurteilung je Kältemittel und Aufstellort.

Auslegung

In diesem Fenster arbeiten wir

MerkmalWert (Auslegung)
PrüflingeSole/Wasser-, Wasser/Wasser-, Luft/Wasser-Wärmepumpen; Kältemaschinen; Warmwasser-WP
Senkebis 80 °C
QuelleSole −15 bis +40 °C · Luft −25 bis +55 °C
Leistungsbereich1 kW bis 1 MW
KreiseQuelle und Senke getrennt geregelt (Sole und Wasser)
KältemittelA1, A2, A2L, A3 — inkl. R290 und CO₂
NormenEN 14511 · 14825 · 16147
Betriebbis 72 h unbeaufsichtigt
AusführungRahmen, Schaltschrank, optional Container / Klimakammer

Auslegungsgrenzen, keine Projektzusage. Die genannten Werte sind Grenzen unseres Baukastens, nicht die Zusage für ein bestimmtes Projekt. Was in Ihrer Anlage möglich ist, steht im Pflichtenheft — bevor Geld in Hardware fließt.

Aus dem Projekt

Einblicke

Fotos der Anlage folgen — Konditioniereinheit, Klimakammer und die Quell-/Senkenanbindung.

Wärmepumpen-Prüfstand von Profectronics: Konditionierschrank mit Fluidik hinter Glastür, Monitor am Arm, daneben die Klimakammer.
Konditioniereinheit und Klimakammer
Anschlussfeld des Prüfstands mit beschrifteten Schnellkupplungen QUELLE VL/RL und SENKE VL/RL, Manometer und Temperatursensoren.
Quell- und Senkenanbindung

Eine Wärmepumpe zu prüfen?

Sagen Sie uns Prüfling, Kältemittel, Quellen- und Senkenbereich und die gewünschten Normpunkte — wir legen den Prüfstand darauf aus.